Alzinde (springt auf). Du lügst, der Bösewicht hat mich geraubt.
Rossi. Welch' jugendliche Stimme, welche Haltung?
Gluthahn (heftig). Bist still, du—(Faßt sich plötzlich.) Setz' dich nieder, liebe Alte. (Zu Rossi.) Mein, s' ist verrückt, sie weiß nicht, was sie redt; das macht Euer Gnaden nichts; wenn s' auch dumm redt, wenn s' nur vernünftig weint.
Rossi (beiseite). Ich muß klar sehen in der Sache. (Laut.) Gut, überzeuge mich von deinen Worten, wir wollen sehen, was zu machen ist.
Gluthahn. Euer Gnaden kaufen s' also? Hollah! jetzt geht's recht.
Jetzt nimm dich zusammen, Alte, wein', was Zeug hält.
Rossi. Weint sie denn, so oft sie will?
Gluthahn. Nu, das will ich hoffen, das ist ihr schönste Unterhaltung. Nicht wahr, mein' liebe Alte, du weinst uns schon ein Stückl, kriegst hernach einen Zucker. Nicht wahr, Euer Gnaden, ein' Zucker. (heimlich zu Rossi.) Auf den Zucker geht s' wie ein Kanari.
Alzinde (steht auf). Gemeiner Sklav', auf den die Sonne mit Verachtung schaut, und dessen Anblick mein Gefühl empört, wie hoffest du ein Aug' zu finden in der Welt, das sich mit Tränen für dich füllt? Für dich darf keine Träne fließen, selbst an deinem Sarge nicht, denn die Götter sind gerecht.
Rossi. Welch eine edle Sprache führt dies Weib!
Gluthahn. Sie ist närrisch, Euer Gnaden; sie weint uns doch noch.