Alzinde (wie rasend, sinkt auf die Knie). Sonne, wenn in diesem Augenblick du deinen Donner schmettern willst auf dies verräterische Haupt, so rufe ihn zurück, und lasse meine Stimme dafür gelten, damit du sie auf deinem Throne hörst. Straf' nicht durch Tod, vielleicht ist er noch zu bekehren; durch Reichtum strafe seine Habgier; setz' ihn auf eine öde Insel hin, doch außer dieser Welt, damit sein Rufen nicht zu dir, nicht zu den Menschen dringt. Dort wohne er in einem silbern' Haus, mit einem Dach von Edelstein; schenk' ihm ein Kornfeld, das von goldnen Ähren strotzt, damit sein Geiz sich daran labe. Jede Blume, jedes Laub sei von Smaragd, die Früchte von Rubin, die Bäche von Kristall, damit ihn nichts erquicke, als ihr Anblick. Dann lasse wüt'gen Hunger in sein Eingeweide ziehn, den Durst von Fischen, die auf trocknem Land vergehn, bis er ermattet niedersinkt auf sein smaragdnes Grab, und seine Zunge lechzt nach einem Tropfen Tau; dann erst erfülle seinen jetz'gen Wunsch, und ström', statt milden Regens, diamantnen Hagel auf sein eigensinnig Haupt, damit er fühlt, wie unglücklich der Überfluß an Reichtum macht und von dem Wahn genest, der ihn zum Bösewicht geprägt. (Strebt die Arme gen Himmel.) Sonne, höre mein Gebet.

Rossi. Abscheulicher Auftritt!

Fünfte Szene.
Vorige. Bediente. Vier Gerichtsdiener.

Bedienter. Die Wach' ist hier.

Rossi. Ergreift sie beide, diesen Bauer und dies Weib, vors Gericht mit ihnen, unterdessen geh' ich zum Justiziär. (Schnell ab. )

Gerichtsdiener (beide ergreifend). Fort mit euch!

Alzinde (freudig). Die Götter sind gerecht!

Gluthahn. So kommt man mit sein' guten Herzen an!

(Alle ab.)

Sechste Szene.
(Das Reich der Vergänglichkeit.)