(Der Vordergrund ist eine finstere Säulenhalle aus schwarzem Marmor. Rechts von der Bühne das kolossale eherne Eingangstor zum Palaste des Genius der Vergänglichkeit. Im Hintergrunde wogt ein dunkelblaues Meer, magisch erleuchtet. An seinem Ufer steht auf einem dunklen Felsstücke ein grauer Schatten und schaufelt Lorbeerkränze, Kronen, Myrtenkränze, Perlen, Schmuck, Geldsäcke, Poesien usw., die auf einem Haufen liegen, langsam in das Meer. Quer über die Bühne begrenzen es als Hintergrund schwarze Zackenfelsen, und über diese leuchtet in der Ferne die Morgenröte der Ewigkeit hervor. Von diesem Punkte aus hört man leis ertönend einen Chor von Genien.)
Chor.
Heil dem ew'gen Himmelslichte,
Heil dem unnennbaren Geist,
Heil, Heil, Heil!
(Der Genius der Tugend tritt mit dem Lilienstengel unter dem Schluß des Chores von der linken Seite ein.)
Genius. Niedersteig' ich zu Alzindens Rettung in dies lichtberaubte Reich, und begrüß' zum erstenmal das schaurige Gestade dieses unermessnen Meeres, Vergänglichkeit genannt. Sag' an, du fleißiger Geselle, was schaufelst du dort auf und senkst es in den Grund des Meeres?
Schatten (mit dumpfer Stimme). Lorbeern sind's und eitle Schätze, so die Welt für unvergänglich hält.
Genius der Tugend. Und wo haust der düstre Krösus dieser Gruft, der stolze Erbherr alles Seins?
Schatten. Er sitzt dort in jener Marmorhalle, sinnend auf den
Untergang der Zeit.
(Der Schatten entfernt sich über den Fels in die Szene.)
Genius der Tugend. So will ich ihn aus diesem Traum erwecken, der verderbenbringend ist.
Siebente Szene.
Dumpfe Musik. Eine Schar Geister, in graues faltiges Gewand
gehüllt, mit Sensen, zieht über die Bühne, und spricht folgenden
Chor: