Amtmann (läutet, Gerichtsdiener erscheint). Den Steinbrecher und sein Weib. (Diener ab.) Das sind zwei herzensgute Leute, und so gewissenhaft, wie eine Wage; ihrer Aussage kann ich vollkommen glauben.

Zehnte Szene.
Vorige. Hans und Mirzel treten furchtsam ein.

Amtmann. Jetzt kommt her, ihr guten Leute, und gebt genau und umständlich zu Protokoll, wie sich die ganze Sache zugetragen hat. (Zum Aktuar.) Setzen Sie Ihre Feder in Bewegung.

Hans. Sehr wohl, Euer Gnaden, Herr Amtmann! Sehen Euer Gnaden, Herr Amtmann; Mein liebs Weiberl da will nicht gern auf in der Früh', da hab' ich den Morgen zu ihr g'sagt; liebe Mirzel, steh doch auf, wir müssen dem Herrn Amtmann die Steuer nach Alpenmarkt tragen. Da sagt sie ja und kehrt sich nochmal um

Amtmann. Ja, lieber Freund, das dauert mir zu lange.

Mirzel. Euer Gnaden, Herr Amtmann verzeihen, daß ich so mitten ins Protokoll hineinfall', aber was mein Mann zusammenredt, das begreift kein Mensch, viel weniger der Herr Amtmann, mit Respekt zu sagen.—Die Sach' war so: Wie wir gestern morgen dem Herrn Amtmann unsre Steuer bezahlt haben, sind wir auf unsre Alp' zurück, und haben dort das alte Weib bei unsrer Hütte liegen g'funden, ganz betrübt und scheu, weil s' der Gluthahn fortg'jagt hat; endlich haben wir s' getröstet und sie hat uns erzählt, sie wär' eine verwunschene Prinzessin aus—du, wie heißt das Land?

Hans. Aus Indien, hat sie g'sagt, dort hat s', glaub' ich, einen Gemahl und ein Volk. Drauf hat sie uns gebeten, wir möchten sie bei uns behalten und ernähren, sie will uns dafür etwas weinen, und wie mein Weib eine so schöne Schilderung von mir g'macht hat, so hat sie sich an ihren Herrn erinnert und hat in diamantne Tränen in mein' Hut hineing'weint.

Amtmann. Wo hat Er diese Tränen?

Hans. Ich hab' s' im Sack, Herr Amtmann.

Amtmann. Geb Er sie heraus. (Hans gibt sie her—zu Rossi.)
Wollen Sie dieselben wohl besehen?