Gluthahn. Mein, Euer Gnaden, man unterstützt ja doch seinen Nebenmenschen, wenn er so was vorhat, und mein Herz, Euer Gnaden, sie hat mir so erbarmt, g'holfen hab' ich ihr, doch bunden hab' ich s' nicht, das sag' ich gleich im voraus, Euer Gnaden, das wär' gefehlt, das weiß ich schon.
Amtmann (zu Rossi laut). Es scheint doch, daß er unschuldig ist.
Gluthahn (für sich). Ich lüg' mich schon heraus.
Amtmann. Du hast sie dem Herrn von Rossi verkaufen wollen, billig, nicht wahr? Du sagst ja, das ließ' schon dein Herz gar nie zu.
Gluthahn. Ich hab' ein einzig Herz, ich hab' das Weib versorgen wollen, Euer Gnaden, drum hab' ich sie dem gnäd'gen Herrn bracht, und hab' ihn nur um ein Trinkgeld beten. Nicht wahr, mein lieber gnäd'ger Herr? (Leise zu Rossi.) Helfen mir Euer Gnaden, ich schenk' Ihnen meinen besten Acker dafür.
Rossi. Du wagst es, mir solch einen Antrag zu tun, du Schurke? Hast du die Alte nicht in meiner Gegenwart mißhandelt? nicht mit mir abgehandelt und mir ihren Schmerz verkauft? Dich soll man so lange hauen, bis dir Diamanten vor den Augen flimmern.
Gluthahn. So ist denn alles gegen mich verschworn? nun geh's, wie's will, jetzt sag' ich nimmer nein, ich sieh's, ein rechtschaffner Mann, wie ich bin, hat kein Glück.
Amtmann. Du bist ein Räuber, bist ein Schurke und wirst im
Gefängnis büßen. Fort mit dir.
(Gerichtsdiener ergreifen ihn.)
Gluthahn. Hans, mein Weib soll auf meine Wirtschaft schaun.