Gluthahn. Euer Gnaden, das brächet ja mein Herz, ich hab' s' nur auf den Wagen hinauf g'hoben, weil s' all's zu schwach war, das arme Weib, mir hat s' erbarmt; doch bunden hab' ich's nicht, ich werd' doch nicht ein solcher Unmensch sein. Da verdienet ich ja, daß mir Euer Gnaden einen hölzernen Haarzopfen anhängen ließen.

Rossi (zum Amtmann). Was meint er da?

Amtmann. Den Galgen meint er, den er lang verdient. (Läutet.) Den
Kohlenbauer herein.

Zwölfte Szene.
Vorige. Ein Kohlenbauer.

Amtmann. Hast du den Mann gesehen am Ausgange des Waldes, wie er das alte Weib vom Wagen losgebunden hat?

Kohlenbauer. Ja ja, der ist's, den hab' ich g'sehn, gestrenger Herr Amtmann, ich hab' ihm noch zug'rufen, was er da macht, da hat er g'sagt, wenn ich ihn verrat', so schlagt er mich tot. Darauf kann ich schwören.

Gluthahn. Aber Euer Gnaden, das ist a Verschwärzung, wie man s' nur von einem Kohlenbrenner erwarten kann. Losbunden hab' ich s', das ist wahr, doch bunden hab' ich s' nicht.

Amtmann. Wer hat sie denn gebunden?

Gluthahn. Sie hat sich selbst bunden, Euer Gnaden, damit sie nicht herunter fallt, das arme Weib, ich hab' ihr nur meine Halsbinden g'liehn dazu.

Amtmann. Aber du hast ihr doch hilfreiche Hand geleistet, denn selber konnte sie das nicht, das hast du doch getan, nicht wahr?