„Ach was, Papa!“ lachte Conimor gedehnt. „Der tut’s ja selbst — wenn auch mehr im geheimen.“

„Das muß wahr sein“, warf der Architekt ein, der als gutmütiger Spottvogel bekannt war. „Conimor Vater und Sohn ersticken die Frauen Wiens mit Blumen.“

„Nur die schönen, wenn ich bitten darf“, versetzte der Baron, Elsa, indem er den Kopf leicht hin und her wiegte, mit den Augen verschlingend. „Übrigens — unsere Gärten vertragen es. Sie wissen doch, daß wir zur Vergrößerung der Anlagen in Nußdorf wieder einige Joch Terrain erworben haben?“

„Und einen Gartendirektor aus England“, warf der Maler ein.

„Ja — aber auch der leistet nichts Besonderes, nichts Außergewöhnliches. Rosen — und immer wieder nur Rosen. Das wird am Ende langweilig. Soll einer einmal eine ganz neue Blume erfinden!“

„Das dürfte freilich schwer halten“, sagte der Architekt. „Aber bringen Sie selbst einmal Abwechselung in den Gegenstand. Geben Sie statt der Rosen andere Gewächse, zum Beispiel Passifloren.“

Conimor öffnete ein wenig den Mund und sah in die Luft. „Passifloren?“

„Gewiß“, fuhr der andere fort. „Und da ließe sich vielleicht eine ganze neue Spielart zuwege bringen; die können Sie dann Passiflora Conimor nennen.“

„Passiflora Conimor“, wiederholte der Baron gedankenlos, denn er starrte wieder nach Elsa, die sich inzwischen von ihm entfernt hatte.

In diesem Augenblicke wurden die Türflügel des anstoßenden Speisezimmers geöffnet, und ein Diener in schwarzem Frack meldete, daß serviert sei.