„Wieso?“

„Ist der Kommandierende nicht ein Graf Z...? Und gehören die Z... nicht zu jenen Familien, welche, wie ich dir sagte, gewissermaßen in die Rechte der ehemaligen Grafen Burda getreten sind? Was Wunder also, daß man, da der Generaladjutant vertrauliche Mitteilungen gemacht haben wird, später alle möglichen Machinationen ins Werk gesetzt hat? Aber ich werde dem Generaladjutanten schreiben!“

„Um Gottes willen!“ rief ich aus. „Bedenke doch, was du tun willst! Wie kannst du denn nur mit völliger Gewißheit annehmen, daß sich auch alles so verhält, wie es dir erscheint? Hast du denn überhaupt hinsichtlich jener Angelegenheit schon etwas erfahren?“

„Nein, noch immer nicht. Und erst jetzt fällt es mir auf, daß bereits sieben Monate verstrichen sind, seit ich die Papiere nach Brünn gesendet habe. Ich werde sofort urgieren.“

„Das tu,“ sagte ich, froh, einen Weg zur Ablenkung gefunden zu haben. „Und versprich mir, daß du nichts unternimmst, bis du Antwort erhalten hast. Und wenn sich dann zeigt, daß dein Verdacht gegründet ist — —“

Er sann einen Augenblick nach.

„Du hast recht; ich muß meiner Sache vollkommen gewiß sein. Aber das sage ich dir, lange warte ich nicht. Ich werde auf sofortige Antwort dringen, und wenn diese nach Ablauf einer Woche nicht erfolgt ist, so schreibe ich dem Grafen G... — und möglicherweise auch dem Fürsten. Denn wer weiß, was man diesem alles über mich hinterbracht hat — und wie würde ich dann in ihren Augen erscheinen, wenn ich es an mir haften ließe.“

Damit ging er und überantwortete mich völliger Ratlosigkeit. Denn nunmehr schien es zum äußersten kommen zu wollen. Wenn er sich zu einem tollen Schritt hinreißen ließ — war er verloren!

Schon in einigen Tagen kam er zu mir in die Wohnung gestürzt.

„Da hast du den Beweis“, sagte er und hielt mir einen Brief entgegen. „Schon aus dem insolenten Tone dieses Schreibens wirst du erkennen, wie sehr ich berechtigt war, Verdacht zu schöpfen.“