„Aha! Die Spielratten schon beisammen! Glück auf, Herr Gamilschegg! Sie haben gestern Pech gehabt. Aber Sie haben auch miserabel gespielt. Warten Sie, heute setz’ ich mich zu Ihnen. Da wird es gleich besser gehen!“
Der Ortskaufherr murmelte etwas, das ich nicht verstehen konnte. Herr Hirsch aber rückte sehr hörbar einen Stuhl heran, während das Spiel seinen Fortgang nahm. Und es dauerte nicht lange, so begann er Kritik zu üben.
„Aber warum denn eine Farbe, Herr Gamilschegg? Tarock hätten Sie bringen sollen. Also jetzt Tarock! Nicht so nieder — höher! höher!“
„Sie machen mich ja ganz irre, Herr von Hirsch — —“
„Nichts da! Nur fort so — Tarock und wieder Tarock!“
„Sie haben leicht raten, Herr Hirsch“, warf eine brummige Stimme ein, die offenbar dem Tischler angehörte. „Sie sehen ja in alle Karten!“
„Wie heißt sehen?“ rief Hirsch, bei dem sich im Eifer spezifische Anklänge geltend machten. „Nichts seh’ ich! Gar nichts! — So, Herr Gamilschegg! Und jetzt den Scüs drauf! Gewonnen! Was hab’ ich gesagt?“
Die Karten wurden gemischt und von neuem umgegeben. Aber Herr Gamilschegg schien wieder nicht zur Zufriedenheit seines Mentors zu spielen; denn dieser erschöpfte sich in Verweisen und Ratschlägen. Das dauerte noch eine Weile; endlich schien es den anderen zu viel zu werden. Karten wurden auf den Tisch geworfen, und gleich darauf erdröhnte die vorige Stimme: „Entweder Sie halten Ihr Maul — oder wir hören zu spielen auf!“
Einen Augenblick war es still. Auf solche Worte zeigte sich Herr Hirsch zweifelsohne nicht vorbereitet. Endlich stammelte er: „Seien Sie doch nicht so grob, Herr Schreinermeister.“
„Grob oder nicht. Wir brauchen niemand, der uns beständig dreinred’t!“