‚Und wenn dem so wäre, Gräfin?‘ entgegnete ich halb im Ernst, halb im Scherz.
‚So würd’ ich es begreiflich finden‘, antwortete sie. ‚Denn die Liebe ist das Recht der Jugend. Und wo weilt der Gegenstand Ihrer Gefühle? Hier in Wien?‘
‚Keineswegs. Weit — sehr weit von hier entfernt.‘
Sie erwiderte nichts und steckte hastig ihre Karten ineinander. ‚Ist es ein junges Mädchen?‘ fragte sie nach einer Weile.
‚Das versteht sich wohl von selbst‘, sagte der Major.
‚Schön?‘ fuhr sie kurz fort.
‚Ungemein‘, warf ich hin, den angeschlagenen Ton festhaltend.
‚Brünett?‘
‚Blond.‘
Sie schwieg und wendete ihre Aufmerksamkeit wieder dem Spiele zu. Als der Robber beendet war, stand sie auf und sagte, sie leide heute an Migräne und wolle sich deshalb zeitig zur Ruhe begeben. So brach auch ich früher als sonst auf, vom Major wie immer mit einem wohlwollenden Händedruck verabschiedet.