‚Jawohl; ich erinnere mich.‘

‚Ich hatte in dieser Hinsicht,‘ fuhr ich zögernd fort, ‚um einen Urlaub einkommen wollen, sehe aber, daß sich unübersteigliche Hindernisse in den Weg stellen —‘

‚Dann denken Sie nicht weiter daran,‘ warf sie leicht hin.

‚Ja, wenn das nur so ginge. Ich habe eine bestimmte Zusage gemacht — man erwartet mich — —‘

‚Nicht jede Erwartung kann erfüllt werden. Aber beichten Sie mir, mon enfant,‘ fuhr sie im alten vertraulichen Tone fort, indem sie meine Hand faßte, ‚wer ist denn eigentlich die junge Dame? Ist sie von guter Familie? Haben Sie ernste Absichten?‘

Es wurde mir wieder schwer, zu antworten. ‚Allerdings hege ich solche — obgleich —‘

‚Sich auch in dieser Hinsicht Schwierigkeiten entgegenstellen?‘ fügte sie rasch bei. ‚Ich verstehe. Es ist ein armes Mädchen, das Sie nicht sofort zur Ihrer Frau machen können. Aber sagen Sie: haben Sie ein bindendes Versprechen gegeben? Oder wäre‘, fuhr sie, mir höchst ausdrucksvoll in die Augen sehend, fort, ‚wäre das Verhältnis etwa schon so weit gediehen, daß Sie durchaus nicht mehr zurücktreten könnten?‘

Ich verstand, was sie meinte. ‚O nein!‘ rief ich; ‚das ist keineswegs der Fall.‘

‚Dann ist es ja ein wahres Glück, daß Sie hier zurückgehalten werden, lieber Freund! Bedenken Sie, wie gefährlich für Sie — und auch für Ihre Geliebte ein solches Wiedersehen wäre. Es könnte Ihnen dann wirklich die Verpflichtung erwachsen, das Mädchen zu heiraten. Und wie wollten Sie das anfangen? Sie wären vielleicht gezwungen, Ihre ganze Karriere aufzugeben, wie schon mancher vor Ihnen — zu ewiger Reue. Und das alles schon in Ihren Jahren! Nein, nein; schlagen Sie sich die Sache aus dem Sinn!‘

Ich vernahm schon eigentlich nicht mehr recht deutlich, was sie sprach. Denn sie war mir ganz nahe gerückt; ihr warmer Odem, ihr duftiges Haar streiften meine Wange. Ich fühlte, wie es sich wie ein schwerer, betäubender Schleier über mich legte. Ich erwiderte nichts und seufzte nur tief auf.