Frau Ziemens (zu den Trägern). Setzt hier die Bürde nieder und habt tausend Dank, wackre Männer! — Ach Tochter, Du wardst für eine schwere Zeit geboren! — Doch erschrick nicht — bleib' standhaft —

Marie. Ist's der alte Vater?

Frau Ziemens. Nein, Tochter — (das Tuch abhebend.) Albert — Dein Albert! Still, halte Dich still — er lebt noch — wins'le, klage nicht — schone ihn — er bedarf zärtlichster Pflege — schone, schone ihn! — Ha, bereits regt er sich —

Marie. Wie geht's Dir, mein Theuerster? — —

Albert. Welche Stimme?

Marie. — Kennst Du sie nicht mehr — Traun, schlag' Dein Auge auf! Ich bin — bin Marie — die Gottverlassene, welche heuchlerisch, grausam, unnatürlich — blos um Dich zur Verzweiflung zu treiben — blos um Dich zu zermalmen — ja, blos, blos deshalb, Albert — den braven Eltern sich — als Verbrecherin sich — — — Albert, dem Doctor, — ich vergab ihm nichts! — Seine Versuchungen — ich wies sie ab — wies sie ab, Albert, wie es Deine — wie es meine Ehre gebot!

Frau Ziemens. Tochter, o Tochter!

Marie. Ach, wie blind, wie blind war ich!

Albert. Sei's jetzt nicht, Mädchen!

Marie. Jetzt, Albert, jetzt sehe ich klar — Du bist der Edelste der Edlen!