Albert. Was — was versichert Dich dessen? — Sage nicht Dein Herz! das richtete über mich! — Sage nicht Dein Herz! — Wer Jahre lang die köstliche Zeit müßigen Spiels verträumte, nichts, nichts unternahm, die Hoffnungen zu erfüllen, die ein theures Mädchen in ihn setzte — plötzlich das Bündel packte und ging — dann wiederkehrte — wieder — auf Grund eines — o die Scham erstickt mir das Wort! — Wer so handelte, war ein entnervter Sclave des Elends, ein schnöder Kuppler des Lasters und mußte, mußte verdammt werden! — Keine Reue, kein Mitleid mir! Wohl erkannte ich meine Schuld!
Marie. Eben, — sühntest Du sie nicht!
Albert. Ach ich wollte es! griff zur Waffe, eilte in den Park —
Marie. O Gott!
Albert. Aber nicht zu sterben wußte — nicht zu sterben der Feige! Häkeliche Zweifel lähmten seine Hand und er — er verfehlte — verfehlte sich! . .
Marie. Das fügte der Allmächtige zu unserm Heil! — O richte Dich männlich auf, komm' unverzagt an meine Brust, vergiß in Liebe die Schmerzen, welche wir unter der Herrschaft einer verderbten, mißgünstigen Welt uns widerwillig, gezwungen bereiteten!
Albert. Mädchen, was sprichst Du! Wanken die Grundfesten Deiner Tugend; zehrt des Irrthums Schlange Dir am Lebensmark! Hinweg, schüttle sie ab; entfliehe meiner unheiligen Nähe! — — — O Frau Mutter, wohin brachten Sie mich! —
Marie. Ha, das — das ist Rache! —
Frau Ziemens. Er besinnt sich, Tochter; es wird noch alles gut!
Marie. Noch alles gut!? Mütterchen, seine Worte sind tief erwogen! — Ach, er hat mich nie — nie geliebt!