Die Vorigen. Frau Ziemens. Questenberg u. Sohn.
Questenberg. Wo ist der brave Mensch! — Ach liebster, bester Albert, ich feiere den hundertjährigen Geburtstag, werde nun kahlköpfig und in Krücken gehn.
Albert. Ich handelte zu grausam, mein Gebieter.
Questenberg. Fast möchte ich's behaupten.
Albert. Es reuete mich gleich — woher denn wohl zur Reue über diese Reue, der böse Geist mir hindernd in den Weg trat!
Questenberg. Hörst Du, Sohn? Bin ich kein Seelenkenner! . . . Nein, nein, der sanfte Albert konnte sich nicht tödten! — Ich erwog es reiflich; säumte deshalb Lärm zu schlagen, hielt mich hübsch zu Hause, hübsch, hübsch, hübsch! — Ach mein Jesus, wär' ich aber nur gleich einem Rasenden durch Straßen, Feld und Wald nach ihm hübsch suchend umgeirrt und ausgewichen hübsch dem finstern Zufall! Ach, ach, warum doch sind wir Menschen immer hübsch gescheidt!
Albert. Es leiht den Dünkel uns, daß mehr wir seien als wir sind!
Questenberg. Zu ew'ger Täuschung! — Weh, o weh! — Dieser alte würdige Mann! — Woher die Kraft mir kam, das zu bestehn!
Albert. Des Unglücks Schauder wachsen in die Ferne; unmittelbar ergreifen sie uns wenig!
Questenberg. Wenn das der Fall ist, zittre ich und bebe! Mein armer Kopf will jetzt bereits — ein Stündchen erst nach dem Ereigniß — in wilder Fiebergluth aus allen Fugen gehn!