Abtheilung II.
Die Hütte des Vater Ziemens. Einige Kasten und aus rohen Brettern genagelte Schränke. Ein Tisch, etliche Bänke u. dgl.
Neunte Scene.
Frau Ziemens. Marie (den Tisch zum Nachtessen servirend).
Marie. — In acht Tagen, liebe Mutter.
Frau Ziemens. Ich sehe seit drei Jahren klar was er ist — ein Schlenderer, ein Träumer, der uns und Herrn Questenberg nur das Vertrauen stiehlt.
Marie. In acht Tagen, sag' ich, wird alles entschieden sein.
Frau Ziemens. Pah, nicht in zehn Jahren! Wozu soll ihn der Herr anstellen! Was versteht er!
Marie. Geduld!
Frau Ziemens. Ich will's für alle goldnen Herzworte, für alle Seligkeit des Himmels nicht: er muß aus dem Haus! Die schiefen Gesichter der Nachbarn hab' ich satt. Pfui doch, jeder ordentliche Mensch zieht sich vor uns wie vor einer bösen Krankheit zurück. . . Du erlerntest alles was zur nützlichen Hausfrau gehört und besitzest ein Gesicht, das sich in der ganzen Vorstadt nicht schämen darf; wäre der Bube nicht da, so hätten wir unsere Freude — Ach, ich kenne wohl manchen guten Gesellen, der früher ein Auge auf Dich warf.