Der Schenkwirt brachte das Geforderte und stellte sich neugierig vor ihm auf.
»Ihr seid wohl fremd hier?« begann er.
»So ziemlich.«
»So dacht' ich, denn sonst müßtet Ihr Eure Freude an dem Konzert da oben haben. Das geht nun schon seit fünf Jahren alle Tage so her. Ohne diese lebhafte Begrüßung hätten die alten Hexen keinen Appetit.«
»Worum handelt sich's denn?« fragte Pietro gleichgültig.
»Jeden Tag um etwas anderes. Heute hat die alte Carmela es gewagt, ihr Kamisol auf die Wäscheleine der Barbara zu hängen, und morgen behauptet Barbara, die Carmela hätt' ihren Liebsten, den Michele Punta, der vor dreißig Jahren nach Amerika ausgewandert ist, zu kapern versucht. Die Wahrheit ist, er war ein kluger Mann und ist seiner sanftmütigen Witwe beizeiten ausgerückt. Hätt' ich auch getan, an seiner Stelle. Ah, per bacco!«
Pietro verzog keine Miene. »Ist das Zimmer zwischen den beiden bösen Nachbarinnen zu vermieten?« fragte er.
»Jawohl. Da wird sich so bald keiner finden, der in die Höhle zieht. Zu beiden Seiten die täglichen Explosionen – tausend Dank! Von unten hört sich das ganz erfreulich an, aber so mitten drin – das ist kein Vergnügen!«
»Mir kommt's auf die Billigkeit an – ich bin taub und stumm, wenn ich will.«