„Ich suche meine lateinische Grammatik,“ sprach Prescott. „Es muß sie mir jemand gestohlen haben.“

„Prescott, ich fürchte, Dir geht es schlimm,“ erwiderte Kenny, ohne auf diese Worte einzugehen. „Ich wollte Dich eigentlich nicht anzeigen; aber ich war so voll Angst, daß ich glaube, ich habe alles ausgeschwätzt. Du thust mir leid, aber was mir am meisten leid thut, ist, daß ich mich überhaupt mit Dir abgegeben. Ich wollte, ich hätte Dich nie gekannt.“

„So,“ versetzte Prescott mit einem befremdlichen, ja unnatürlichen Tone. „Ich sehe mich dann während des Studiums nach meiner Grammatik um.“

Und mit einem sonderbaren kalten Ausdruck im Gesicht, einem Ausdrucke, den Kenny erst nach den Begebenheiten, die wir jetzt sehen werden, ganz verstand, eilte Prescott aus dem Saale fort.

Kenny sah ihn während des Studiums nicht. Da fielen ihm seine Worte bezüglich der lateinischen Grammatik wieder ein und ließen einen schrecklichen Verdacht in seiner Seele aufsteigen.

Jetzt trat P. Middleton ein und sprach mit dem Pater jene Worte, die den Schluß des letzten Kapitels bilden. Dann ging er auf Kennys Platz zu.

„Weißt Du etwas von Prescott?“ flüsterte er.

„Nein. Aber als ich gerade aus Ihrem Zimmer kam, sah ich ihn hier. Er behauptete, es müsse ihm jemand seine lateinische Grammatik gestohlen haben; die suche er jetzt.“

„Suchte er in den Pulten anderer?“

„Ja. So schien es mir wenigstens. Er hatte gerade eines wieder geschlossen.“