„Das habe ich gar nicht gehofft, Pater. Es wäre ja Sünde, einen offenkundigen Dieb unter den Zöglingen zu lassen.“
„Offenkundig ist es nicht, Martin. Percy Wynn und ich sind im ganzen Hause die einzigen, die darum wissen. Du kannst Dich darauf verlassen, daß nichts verlauten wird. Ich darf noch weiter gehen: Percy will das Geld nicht von Dir zurückverlangen und verzeiht Dir alles. Und wenn ich Deine Geschichte in der Klasse erzähle, so bin ich sicher, daß jeder nur mit Liebe an Dich zurückdenken wird.“
„P. Middleton, das habe ich nicht verdient!“
„Solltest Du an Percy schreiben, so erwähne nicht, daß Du ihm seine Photographien zerrissen hast. Er weiß das nämlich nicht und wird es auch, hoffe ich, nie erfahren. Ich sorge, daß ihm die gleichen Photographien von Hause geschickt und heimlich zugestellt werden. — Jetzt muß ich gehen. Es ist acht Uhr und um neun soll ich zurück sein. Da nimm diese fünf Dollar, armes Kind. Diesen Abend bist Du so weit hergestellt, daß Du auf den Zug gehen kannst. Ich telegraphiere Deinem Vater, daß er Dich am Bahnhofe abholt. Die Auslagen für den Arzt und Deine Wirtin sind schon beglichen. So, jetzt lebe wohl, Martin!“
Prescott ergriff die dargebotene Hand und bedeckte sie mit Küssen.
„O lieber Pater,“ schluchzte er, „ich kann nicht sagen, wie — wie — — Gott sei mir gnädig!“
P. Middleton war tief bewegt.
„Wir sehen uns wieder, Martin. Ich werde täglich für Dich beten und ich will Dir auch schreiben, wenn Du es wünschest.“
„Danke, Pater!“ war das einzige Wort, das der Kranke hervorzupressen vermochte.
„Adieu, Martin!“