„So,“ sprach er, indem er das Frühstück hinstellte, „nimm wenigstens etwas! Und je mehr, desto besser.“

„Bruder, ich möchte Sie noch etwas fragen. Glauben Sie nicht es sehe sonderbar aus, wenn ein Junge, so alt und so groß wie ich, mit langen, wallenden Haarlocken herumläuft?“

„Vielleicht sieht es hübsch aus,“ erwiderte der Bruder freundlich. „Aber auf jeden Fall ist es in diesem Hause etwas Ungewohntes.“

„Das meine ich auch. Für Mädchen mag es ganz passend sein, aber nicht für Knaben. Es ist einem ja auch beim Spiele oft hinderlich. Wenn ich es nicht hätte, ließe ich nicht so viele Bälle vorüberfliegen, obgleich ich solche Butterfinger habe, wie Tom sagt. Ich will es mir schneiden lassen. Man soll nicht meinen, ich sei stolz.“

„Sehr gut!“ versetzte der Bruder, der sein Vergnügen über das naive Bekenntnis nur schlecht verhehlen konnte. „Und ich selbst will Dich scheren, sobald Du wieder hinaus darfst.“

Percy nahm indessen einiges zu sich. Als er sich wieder zurücklegte, klopfte es an der Thüre, und herein trat — niemand anders als Karl Kenny.

„Der Tausend! Kenny! Du bist da?“ rief Percy überrascht. „Bitte, setz’ Dich doch zu mir! Bringe gefälligst einen Stuhl von dort mit; ich bedaure unendlich, daß ich Dir nicht mehr Aufmerksamkeit erweisen kann.“

Diese höflichen Worte sprach der Invalide mit ungeheuchelter Herzlichkeit und mit der Feinheit und Würde eines geborenen Prinzen.

Kenny, durch den unerwarteten Empfang ein wenig verblüfft, that ohne ein Wort der Erwiderung nach Percys Bitte, nahm einen Stuhl und setzte sich etwas beklommen und verlegen neben das Bett.

„Ich bin gekommen, Percy,“ begann er, „weil ich Dich um Verzeihung bitten wollte. Ich schäme mich unaussprechlich und bin Dir sehr dankbar, daß Du unsern niederträchtigen Plan vereitelt hast. Darf ich Dich bitten, mir die Hand zu reichen?“