„Hier! Schlag ein! Es freut mich außerordentlich, Deine Freundschaft zu gewinnen. Es ist ja wohl zum größten Teile meine Schuld gewesen, daß Du bis jetzt nichts von mir wissen wolltest. Ich bin ein so sonderbarer Mensch; ich stolzierte umher wie ein Pfau und that, als wäre ich überhaupt kein Junge. Jetzt begreife ich aber sehr gut, warum mich alle neckten und am Haare zupften und es mir zuweilen vor die Augen schlugen, wenn ich den Ball schnappen wollte. Sie hatten die Absicht mich zu bessern. In der That, meine einzige Verwunderung ist nur, daß sie mich nicht noch mehr geplagt haben.“

Eine solche Einfalt und Herzensgüte, die auch an offenbaren Beleidigungen noch eine gute Seite fand und selbst die Bedränger als Wohlthäter liebte, war für Kenny ein blaues Wunder.

„Ist Dir das ernst?“ fragte er erstaunt.

„Gewiß, natürlich ist mir das ernst. Es ist meine feste Überzeugung. — Aber sag’ mir, Kenny, Du hast doch keine Strafe erhalten?“

„Noch nicht, obgleich ich eine gründliche verdient habe. P. Middleton hat für mich Fürbitte eingelegt. Ich will mich jetzt aber ernstlich bessern. — Und Playfair, denk’ Dir, kommt heute Morgen, so früh es nur ging, zu mir und bittet mich, ihm die Hand zu geben!“

„O das gleicht ihm so,“ rief Percy voll Begeisterung. „Er ist der beste Junge, den ich je gesehen. Wenn der heilige Pankratius noch lebte, ich wette, er wäre nicht anders als Tom.“

„Er ist ein famoser Kerl,“ versetzte Kenny bedächtig. „Dem Quip bin ich dann aber glücklich zuvorgekommen, wie es ja recht und billig war. — Ich wollte, ich hätte solche Jungen gleich kennen gelernt, anstatt mit dem Prescott anzubinden. Du weißt, er ist geschaßt, nicht wahr?“

„Ich hörte gestern Abend so etwas.“

Kenny erzählte dann, wie man Prescott am vorigen Abend in der Erholung sowie im Studiersaale vermißt habe, daß aber P. Middleton später ausdrücklich mitgeteilt habe, er sei aus der Anstalt entlassen.

„Ach, der arme Schelm!“ sprach Percy mitleidig. „Wir müssen oft für ihn beten. — Aber welch ein Schmerz wird dieses für seine Mutter sein!“