„Er hat keine Mutter mehr. Seine Mutter ist schon während seiner ersten Kindheit gestorben.“
„O mein Gott, mein Gott! Kein Wunder, daß er nicht recht brav war. Wenn meine Mutter und meine Schwestern nicht für mich gesorgt hätten, ich wäre sicher ein sehr böser Mensch. Ich möchte oft weinen, wenn ich an die vielen unglücklichen Kinder denke, die ohne die Sorge einer Mutter aufwachsen und auch sonst niemand haben, der ihnen Mutterstelle vertritt. Sie sind in einer überaus traurigen Lage.“
„Das ist allerdings sehr wahr.“
„Und nun erst diejenigen,“ fuhr Percy fort, „die noch dazu keine Religion haben. Ach, sie besitzen keine Mutter auf der Welt und keinen Vater im Himmel und wissen nichts von der allerseligsten Jungfrau und Mutter Maria, die sie in der Not anrufen können.“
„Percy, ich will mich jetzt auch zum Eintritt in die Marianische Kongregation melden. Bis jetzt habe ich die Mutter Gottes nicht verehrt, wie ein Christ es thun sollte. Im letzten Jahre habe ich meinen Rosenkranz kaum gebraucht.“
„Wirklich?“ erwiderte Percy betroffen. „Dann konnte es nicht ausbleiben, daß Du in schlechte Gesellschaft gerietest.“
„Freilich nicht. Aber in den letzten vierundzwanzig Stunden habe ich vieles gelernt. Es soll anders werden, und ich hoffe, es wird auch anders.“
„Ich auch, Kenny, und dazu, daß wir beiden gute Freunde werden.“
Auf dem Spielplatze war heute nach dem Frühstück nur wenig Leben. Die meisten Zöglinge hatten sich in zwei Gruppen, deren Mittelpunkte Tom und Harry bildeten, zusammengeschart und horchten mit gespannter Aufmerksamkeit ihren Worten. Diese beiden aber boten all ihre Beredsamkeit zum Lobe Percys auf.
„Ich dachte immer,“ schloß Tom seinen Vortrag, „dieser Wynn hätte auch nicht das mindeste von einem rechten Jungen an sich und wäre höchstens ein rechtes Mädchen. Aber jetzt sollte es mich freuen, wenn ich nur halb so viel von einem Jungen an mir hätte wie er.“