P. Middleton las dann ein Kapitel jenes Buches, das ihm Kenny zur Prüfung übergeben hatte. Die Schule, welcher Philipp angehörte, wollte ihren jährlichen Ausflug halten. Einer der Professoren, der wegen seiner mangelhaften Aussprache der gesamten Bubenschar, besonders aber dem schiefen Philipp, als Zielscheibe des Spottes dienen mußte, hatte sich verlauten lassen, er wolle dieses Jahr auch einmal daran teilnehmen; weil er aber zu alt sei, um zu Fuße zu gehen, wolle er reiten. Nun hatte der schiefe Philipp in Erfahrung gebracht, daß der Professor überhaupt gar nichts vom Reiten verstehe. Er ging deshalb zu ihm hin und erbot sich, ihm ein sanftes, lenksames Tier zu verschaffen. Der Professor ließ sich bethören und erhielt, wie sich erwarten läßt, ein Pferd, das zwar dem Anscheine nach lammfromm war, sich aber bald als die störrischste, widerhaarigste Mähre herausstellte. Dann fehlte es natürlich nicht an ergötzlichen Vorfällen, und der arme Professor mußte sich glücklich schätzen, daß er mit heiler Haut und gesunden Gliedern davonkam.
P. Middletons Schüler zeigten eine unverhohlene Freude. Einige lachten laut und herzlich. Percy Wynn war der einzige, der unangenehm berührt schien.
„Ihr lacht?“ sprach der Lehrer mit ernster Miene, indem er das Buch niederlegte; „worüber lacht Ihr denn?“
Das Lächeln, jeder Ausdruck des Vergnügens erstarb auf den Gesichtern.
„Noch einmal, worüber habt Ihr gelacht? Ihr werdet doch einen Grund gehabt haben. Ihr lacht nicht bei den unregelmäßigen Verben; Ihr lacht nicht, wenn wir Brüche dividieren. Weshalb habt Ihr also jetzt gelacht?“
„Wir lachen, Pater,“ erwiderte Harry Quip, der selten lange um eine Antwort verlegen war, „weil die Geschichte so lustig erzählt ist.“
„Gut. Du hast doch wenigstens einen Grund. Es scheint Dir also, daß die Geschichte lustig erzählt ist. Jetzt aber weiter! Ist die Geschichte denn an sich auch lustig?“
Gedankenvoll runzelte sich manche junge Stirn; das war eine schwere Frage.
Da streckte Percy die Hand empor.
„Was meinst Du, Wynn?“