„Das ist recht, Frank! Weine Dich erst recht aus. Ich kann mir leicht vorstellen, wie hart es ist, sich von einem so guten Vater trennen zu müssen.“

„O ja, er war immer so gut und liebevoll! Nie hat er ein hartes Wort zu mir gesprochen. O Papa, Papa!“

Percy ging ganz in Mitgefühl und Besorgnis auf. Es stand bei ihm fest, seinem neuen Mitzögling nach Kräften den Übergang aus dem Vaterhause in eine ganz veränderte Umgebung zu erleichtern. Das konnte ja nur dazu beitragen, daß Frank um so eher aus einem Heidenkinde ein glücklicher Christ werde.

„Du hast wirklich einen sehr gütigen Vater, Frank. Es ging ihm ja so nahe, Dich verlassen zu müssen, daß ich selber ihn lieb gewann.“

„Hast Du auch gehört, was er zuletzt sagte?“ war Franks Frage, nachdem sein Weinen etwas gestillt war.

„Was denn?“

„Er sagte: Behüt’ Dich Gott!“

„Warum sollte er das denn nicht sagen?“ erwiderte Percy, erstaunt, daß dieser in den religiösen Kreisen Amerikas nicht ungebräuchliche Abschiedsgruß für Frank etwas Neues war.

„Früher hat er es nie gesagt.“

Jetzt erinnerte sich Percy, daß ja der Vater ungläubig gelebt hatte. Er entgegnete nichts mehr. Da sie eben im Begriffe waren, aus dem Hause auf den Hof zu treten, trocknete er mit fast mütterlicher Zärtlichkeit die Thränen von Franks Wangen, und dieser stand bald zum erstenmale auf dem Tummelplatze der Mauracher Pensionatsjugend.