„Dann bin ich ein Sünder,“ schloß ruhig der Denker von neun Sommern, „und Du hattest das Recht, mich so zu nennen. Aber es soll aufhören. Ich will mich bessern. Ich will Religion annehmen.“

„Du sprichst vom Religion-Annehmen, als wäre die Religion im Laden zu kaufen, und als ob man sie anziehen könne, wie Handschuhe,“ bemerkte Tom lachend.

Während der ganzen Dauer des Weges hatte er dann genug zu thun, alle Fragen seines wißbegierigen Gesellschafters zu beantworten. Das gemeinsame Abendgebet mit der Gewissenserforschung, dann Kreuzzeichen, Messe, Weihwasser und anderes, das Frank am Abend und Morgen beobachtet hatte, kam zur Sprache. Seine Seele, die noch nicht durch Laster verdorben war, hatte einen förmlichen Heißhunger nach dem Religiösen, und jedes Samenkorn fiel bei ihm auf fruchtbaren Boden.

Ehe beide es dachten, waren sie schon am Ufer des Flusses angelangt, legten ihre Schlittschuhe an und genossen einige Stunden unter dem fröhlichen Schwarm ihrer Mitzöglinge die Freuden des Eislaufes.

Die Zeit des Rückweges wurde Tom abermals durch den kleinen Fragesteller verkürzt. Daheim aber veranlaßte Tom bei der nächsten Gelegenheit Percy, in seiner anziehenden Weise Frank die Hauptbegebenheiten aus dem Leben Jesu zu erzählen.

Frank lauschte mit gespannter Aufmerksamkeit.

„Ist es wahr,“ fragte er schließlich Percy, „daß Er auch die Kinder geliebt hat?“

„Gewiß. Er hat oft mit großer Liebe von ihnen gesprochen. Einmal wollten seine Jünger die Kinder von Ihm weghalten, weil Er so müde war. Allein er verwies es ihnen und sagte, wer nicht gleich den Kindern sei, komme nicht in den Himmel.“

„Dann will ich Ihn auch wieder lieben,“ versicherte Frank mit großem Ernste, „weil Er mich so geliebt hat.“

Im Laufe des Tages wußte Frank einen Augenblick ausfindig zu machen, um P. Middleton allein zu sprechen.