„Pater,“ begann er geheimnisvoll, „wollen Sie niemanden wieder erzählen, was ich Ihnen jetzt sage?“

„Nein, Frank.“

„Ich möchte gern hören, wie man weiß, daß es einen Gott giebt.“

„Ich denke, das kann ich Dir sagen,“ sprach der Pater lächelnd.

„Dann bitte, thun Sie das!“

Es war der Tag vor Weihnachten, für die Präfekten ein Tag unendlicher Mühe und Arbeit. Allein P. Middleton ließ sich doch nicht abhalten, dem wissensdurstigen Kleinen wenigstens in etwa zu genügen.

„Zwar bist Du im Grunde noch zu jung,“ sprach er, „um es ganz zu verstehen, ebenso wie es Dir schwerlich gelungen sein wird, einen Beweis für den Umlauf der Erde um die Sonne ganz zu erfassen. Ich will aber wenigstens den Versuch machen.“

P. Middleton schlug dann jenen Weg ein, den einst der Weltapostel Paulus wählte, um die Heiden zu Lystra vom Dasein des Einen Gottes zu überzeugen: ‚Gott hat sich nicht ohne ein Zeugnis gelassen, indem er den Menschen vom Himmel aus Wohlthaten spendete, Regen und fruchtbare Zeiten gab und mit Freude die Gemüter erfüllte.‘

„Ich will Dir später,“ so schloß er, „ein Büchlein geben, worin Du alles dieses viel schöner und deutlicher, als ich es Dir in der Eile sagen kann, beschrieben findest. Es ist die Geschichte eines Knaben, der etwa in Deinem Alter stand; er hieß ‚Heinrich von Eichenfels‘.“

„Ich danke Ihnen, Pater. Percy hat mir erzählt, es gebe einen Gott, aber ich muß alles ganz genau wissen. Jetzt sehe ich es ein. — Darf ich Sie noch um etwas anderes fragen?“