P. Middleton erklärte nun zu Franks sichtlicher Beruhigung, daß die Neigung zu einem bösen Werke noch nicht böse macht, so lange unser Wille dagegen ist und wir ihr nicht nachgeben, sondern im Gegenteil gern von ihr frei sein möchten. Ein paar Beispiele halfen dem Verständnisse nach.
„Ich danke Ihnen, Pater. Von jetzt an will ich nie mehr böse sein. Wollen Sie mir nicht dabei helfen?“
„Von Herzen gern. Und morgen, wenn wir das Andenken an die Geburt des Jesuskindes feiern, bitte es auch, Dir zu helfen.“
„Das will ich thun. Percy hat mir schon erzählt, daß Es die Kinder so gern hat. Sobald mein Papa wiederkommt, erzähle ich ihm alles; und er soll den Heiland auch lieben.“
Der heilige Weihnachtstag brach an. Die Zöglinge hörten an diesem Feste, nach gutem christlichem Brauche, drei heilige Messen.
Der erhebende Gesang, die prächtigen Gewänder, der Schmuck des Altars und der ganzen Kapelle, die würdevollen Ceremonien, sowie der andächtige Ernst so vieler Knaben, welcher sich in Antlitz und Haltung kundgab: das machte einen unwiderstehlichen Eindruck auf Frank. Was ihn aber am meisten fesselte, war die große Darstellung der Geburt Jesu in der Höhle zu Bethlehem, die allen sichtbar auf dem Chore stand. Unwillkürlich faltete er die Hände zum Gebet, wie er die übrigen thun sah, und bat das göttliche Kind, das die Kinder so geliebt hat, immer von neuem um Hilfe und Beistand, daß auch er alle Menschen lieben und vor allem seinem Heiland mit Gegenliebe vergelten möge.
Nach Schluß der Feier wartete er auf Percy.
„Glückseliges Weihnachtsfest!“ war Percys erstes Wort.
„O, es ist schon glückselig. Ich bin nie so froh gewesen, wie heute. Percy, die katholische Religion ist doch schön. — Jetzt, bitte, warte hier einen Augenblick, bis Tom, Keenan und Donnel kommen. Ich habe ihnen etwas zu sagen.“
Die Genannten fanden sich bald zusammen, alle in Feierstimmung und einstweilen noch voll Erwartung der Dinge, welche der Tag in seinem Verlaufe ihnen bescheren sollte.