„Guten Morgen, Tom!“ grüßte er mit lauter Stimme, als er bei ihm war. „Aber wie nachlässig und verlaufen Du aussiehst! Du kannst Dich ja nicht einmal ordentlich kämmen. Reich’ mir einmal Deinen Kamm her!“
In der nächsten Umgebung entstand ein freudiges Gekicher, und Tom, der endlich sein Auge von der Seife befreit hatte, reichte ihm lächelnd Kamm und Haarbürste.
„Dein Haar macht sich nicht gut, Tom, wenn Du es so flach kämmst; ich will es etwas aufbauschen. — Still halten, Schlingelchen! — So, jetzt sieh in den Spiegel! Ist das nicht viel schöner? — Aber, Tom, da hast Du ja wieder dieselbe Krawatte, die mir gestern schon gar nicht gefallen hat. Wer trägt denn eine blaue Krawatte zu einer blauen Jacke! Das sticht ja gar nicht ab! — Warte ein Bißchen!“
Percy trat einen Schritt zurück und schaute ihn prüfend an.
„Gewiß! Gelb ist gut! das paßt zum Blau. Tom, ich habe eine prächtige gelbseidene Krawatte; die will ich Dir schenken.“
Da hörte er plötzlich leise seinen Namen rufen, wandte sich um und sah, daß P. Middleton, den Finger auf die Lippen legend, ganz nahe stand und ihn warnend anschaute.
„O, ich bitte um Verzeihung, Pater, daß ich so laut gesprochen. Ich habe mich ganz vergessen. Ich wollte Tom nur ein wenig helfen!“
Er eilte an seinen Waschtisch und kam bald mit der gerühmten Krawatte zurück, die er mit Kennermiene um Toms Hals legte.
„Ich knüpfe sie Dir in einen Schmetterling, das nimmt sich herrlich aus. — Ah“ — flüsterte er dann, mit der Begeisterung eines Künstlers sein Werk betrachtend; „sehr gut! vortrefflich! da sieh in den Spiegel — nicht wahr? — Jetzt binde mir meine Krawatte, aber auch in einen Schmetterling, die andern Knoten erregen stets mein Mißfallen.“
„Percy, das bringe ich nicht zu stande!“ sprach Tom, etwas beschämt, daß er dem guten Percy die Bitte nicht erfüllen könne.