„Guten Morgen, Wynn,“ begann er und suchte freundlich zu lächeln. „Das ist wohl ein schönes Buch, das Du da liest.“ Mit diesen Worten setzte er sich neben den rätselhaften Knaben.

Percy schloß das Buch.

„O, ja, ein sehr schönes, ‚Dion und die Sibyllen‘. Kennst Du es schon?“

„Nein.“ — „Welch alberne Frage!“ war Prescotts erster Gedanke.

„O, Du solltest es lesen. Es ist entzückend. Einige Scenen sind so lebendig dargestellt, daß man glaubt, man wäre selbst dabei, und sähe alles mit eigenen Augen. Hast Du schöne Schilderungen nicht auch gern?“

„Jaah — jah! — Aber, Wynn, ich höre, Dir ist diese Nacht ein Gespenst erschienen; ist das wahr?“

Percy lachte wieder voll Heiterkeit.

„O nein, es war nur ein Zögling, der einen Spaß machen wollte. Ich habe auch herzlich darüber gelacht. Es thäte mir leid, wenn ihm etwas Schlimmes dafür geschähe. Er hat es sicher nicht böse gemeint.“

„Er hat Dich in Angst setzen wollen,“ erklärte Prescott, der noch immer nicht begriff, wie Percy die Sache so harmlos auffassen könne.

„O, ganz sicher nicht! Es wäre ja gewissenlos, jemanden zu erschrecken. Es ist schon vorgekommen, daß Leute auf diese Weise vor Angst schwer krank geworden oder gar plötzlich gestorben sind. Ich kann nicht glauben, daß Kenny einer solchen Bosheit fähig ist; er hat ein so gutmütiges Gesicht. Und dann sagt Tom Playfair auch, Knaben seien gerade so gut wie Mädchen. Mädchen würden das aber nie thun, das weiß ich von meinen Schwestern. Die waren immer so gut und liebevoll gegen mich, obgleich sie mir hie und da auch einen Streich spielten. Am liebsten that das Maria. Einmal sagte sie mir, ich solle auf mein Zimmer gehen und meine neuen Schuhe anprobieren. Ich antwortete, ich hätte ja keine bekommen. Aber sie drängte mich, bis ich endlich ging. Da lag auf meinem Tische ein großes Blatt Papier, worauf geschrieben stand: