Zum Teil war seine Erwartung erfüllt; denn die Höhe gewährte eine ziemlich weite Aussicht. Allein die beiden Knaben vermochte er nicht zu entdecken.
Percy brach nicht in Thränen aus; sein Kummer war für Thränen zu tief. Sollten also trotz all seiner Anstrengung die lieben Freunde ihrem Schicksal nicht entrinnen?
Noch einmal durchschweifte sein ermattetes Auge den Gesichtskreis. Gegen Westen hin, nicht sehr nahe, hob sich eine langgestreckte Hügelwelle scharf vom klaren Abendhimmel ab. Standen nicht zwei Figuren auf ihrem Scheitel? Percys Sehkraft war zu sehr geschwächt, um das mit Sicherheit sagen zu können. Aber wenn sie es wären, was half es ihm? So weit reichte ja die Stimme eines Halbtoten nicht. Und womit könnte er sich ihnen sonst bemerklich machen? — Ach ja, die Pfeife. Wieder ließ er sie schrill und laut ertönen.
Wurde sie gehört? Wandten sich die zwei Gestalten, in denen er seine Freunde zu erblicken glaubte, bei ihrem Schalle um? Noch einmal pfiff er und versuchte mit letzter Kraft ihre Namen zu rufen. Armes Kind! Dein Rufen würde kaum ein Vögelchen aufscheuchen, wenn es auch gerade vor Dir säße.
Das Gefühl des Schwindels nahm zu. Percy wußte kaum noch, was er that. Er bückte sich nieder und suchte am Boden umher, wonach, das hätte er selbst nicht sagen können. Ein langer Stock, der wohl einmal als Angelrute gedient hatte, lag dort im dürren Grase. Percy ergriff ihn, nahm sein Taschentuch, knüpfte es hastig an das eine Ende desselben und schwenkte es dann hoch in der Luft hin und her, so lange, bis er wankte und ohnmächtig zu Boden fiel.
14. Kapitel.
Wie die geretteten Freunde ihrem Retter helfen.
Tom kniet auf dem Boden und sieht besorgten Blickes in das Antlitz des Bewußtlosen. Endlich öffnen sich die Augen.