die Rippen und die Wange auf dein Brett. O Franz, unser Tod wäre, dich zu verlieren, denn wir lieben dich.“

Und während dieser Rede hielten Uhu und Sperber beisammen hockend unbeweglich stand, die Augen voll Angst und, um nicht fortzufliegen, die Flügel fest an den Leib gepreßt.

Der letzte, der sprach, war der Hase.

In seinem stroh- und erdfarbenen Haarkleid nahm er sich aus wie eine Gottheit der Fluren. Inmitten dieser winterlichen Wüste glich er einer Scholle zur Sommerzeit. Er rief graue Erinnerung wach an einen Straßenarbeiter oder an einen Landbriefträger. In den Schnecken seiner Löffel trug er aufrecht mit sich die Erschütterung aller Geräusche. Sein linker Löffel horchte, zu Boden gesenkt, auf das Knistern des Frostes, indessen der andre, in die Ferne gestreckt, die Axtschläge aufsammelte, von denen der tote Wald widerhallte.

„Wahrlich“, sprach er, „o Franz, ich kann mich begnügen mit der moosigen Rinde, die unter den Liebkosungen der Schneeflocken aufgeweicht

und von den winterlichen Sonnenaufgängen durchduftet ist. Öfters schon sättigte ich mich daran jetzt in diesen Unglückstagen, wo die Brombeerzweige nur rosige Kristalle sind und die wippende Bachstelze ihren heftigen Schrei gegen die Larven unter dem Ufereis ausstößt, die ihr Schnabel nun nicht mehr erreicht. Und diese Rinden, ich will sie weiter kauen. Denn, o Franz, ich mag nicht hinsterben mit den sanften Freunden in ihrem Todeskampf, sondern leben will ich neben dir und mich nähren von den bittern Fasern des Bastes.“

Demnach, und weil die Heimat eines jeden eine andre und nur für ihn allein bewohnbar gewesen wäre, zogen es also die Genossen des Hasen vor, sich nicht zu trennen, vielmehr in diesem Lande des mörderischen Winters miteinander zu sterben.

Eines Abends waren die Tauben verwelkt und fielen wie Blätter von ihrem Zweige, auch der Wolf schloß seine Augen dem Leben, die Schnauze auf den Schuh des Heiligen gelegt: schon seit zwei Tagen hatte der Hals den Kopf nicht mehr aufrecht halten können, und das Rückgrat war wie ein Brombeerzweig geworden, mit Kot belastet, im Winde zitternd; sein Herr küßte ihn auf die Stirn.

Danach gaben die Wächterhunde, das Schaf, die Sperber, der Uhu und das Lamm ihren Geist auf, und zuletzt

die zierliche Jagdhündin, die der Hase vergeblich zu erwärmen trachtete. Sie verschied wedelnd, und Langohr war darüber so tief betrübt, daß er bis zum nächsten Tag nicht imstande war, an die Eichenrinde zu rühren.