„Ja, wenn ich das wüßte. Eigentlich bin ich hier, um einen Herrn zu treffen, der meine Koffer gestohlen hat.“

„Die kriegen Sie nie zurück. In London kriegt man nie etwas zurück, nicht einmal das Geld, das bei den Rechnungen übrig bleibt. Ich kenne die Engländer. Hat er Ihre Koffer hier in London gestohlen?“

„Nein, im Expreß in Deutschland; und sehen Sie, das Lächerliche ist —“

„Was ist das Lächerliche? Da ist Helen. Grüß Gott, mein Kind. Was ist das Lächerliche?“

„Daß er sie mir unversehrt hierher zurückgeschickt hat.“

„Now demmit ... ich meine, sitzen Sie da und machen Sie sich über mich lustig, junger Mann? Helen, komm her, dann wirst du etwas hören. Hier ist ein junger Mann, der Märchen aus Tausendundeiner Nacht erzählt. Außerdem flucht er in Damengesellschaft.“

Allan sah auf und erblickte ein junges Mädchen von zwanzig Jahren, die jetzt auf die alte Dame im Klubsessel zukam. Sie war schlank, blond und unaussprechlich amerikanisch. Allan fühlte eine instinktive Sympathie, die, wie er ebenso instinktiv empfand, verschieden von dem war, was er sonst für junge Damen zu empfinden pflegte. Sie hatte graue Augen und sehr reine Züge. War sie die Tochter der alten Dame auf dem Klubfauteuil, dann mußte sie wohl mehr ihrem Vater nachgeraten sein ...

„Das hier ist meine Tochter, junger Mann, ob Sie es glauben oder nicht.“

Die kohlschwarzen Papageienaugen hatten offenbar seine Gedanken gelesen. Allan verbeugte sich und zog eine Visitkarte hervor.

„Ich weiß nicht, was in Amerika korrekt ist,“ sagte er ein bißchen befangen. „Gestatten Sie?“