Laß anspannen. Bitte. Wir fahren in die Oper.

Schön

Wir fahren zum Teufel! Jetzt kutschiere ich. (Den Revolver in ihrer Hand von sich ab und auf Lulus Brust wendend) Glaubst du, man läßt sich mißhandeln, wie du mich mißhandelst, und besinnt sich zwischen einer Galeerenschande von Lebensabend und dem Verdienst, die Welt von dir zu befreien? (Hält sie am Arm nieder) Komm zu Ende. Es soll mir die glücklichste Erinnerung meines Lebens sein. Drück’ los!

Lulu

— Du kannst dich scheiden lassen.

Schön

(sich erhebend)

Das war noch übrig. Damit morgen ein Nächster seinen Zeitvertreib findet, wo ich von Abgrund zu Abgrund geschaudert, den Selbstmord im Nacken und dich vor mir. Das wagt sich dir über die Lippen? Was ich von meinem Leben in dich hineingelebt, soll ich wilden Tieren vorgeworfen sehen? Siehst du dein Bett mit dem Schlachtopfer darauf? Der Junge hat Heimweh nach dir. — Hast du dich scheiden lassen? Du hast ihn unter die Füße getreten, ihm das Gehirn ausgeschlagen, sein Blut in Goldstücken aufgefangen. Ich mich scheiden lassen! Läßt man sich scheiden, wenn die Menschen ineinander hineingewachsen und der halbe Mensch mitgeht? (Nach dem Revolver langend) Gib her.

Lulu

Erbarmen!