Schön

Ich will dir die Mühe abnehmen.

Lulu

(reißt sich von ihm los, den Revolver niederhaltend, in entschiedenem selbstbewußten Ton)

— Wenn sich die Menschen um meinetwillen umgebracht haben, so setzt das meinen Wert nicht herab. — Du hast so gut gewußt, weswegen du mich zur Frau nimmst, wie ich gewußt habe, weswegen ich dich zum Mann nehme. — Du hattest deine besten Freunde mit mir betrogen, du konntest nicht gut auch noch dich selber mit mir betrügen. — Wenn du mir deinen Lebensabend zum Opfer bringst, so hast du meine ganze Jugend dafür gehabt. Du verstehst dich zehnmal besser als ich darauf, was höher im Wert steht. Ich habe nie in der Welt etwas anderes scheinen wollen, als wofür man mich genommen hat, und man hat mich nie in der Welt für etwas anderes genommen, als was ich bin. — Du willst mich dazu zwingen, mir eine Kugel ins Herz zu jagen. Ich bin keine sechzehn Jahre mehr; aber um mir eine Kugel ins Herz zu jagen, dafür bin ich mir doch noch zu jung!

Schön

(auf sie eindringend)

Nieder, Mörderin! Nieder mit dir! In die Knie, Mörderin! (Er drängt sie bis vor die Treppe. Die Hand erhebend) Nieder — und wage nicht wieder aufzustehn!

Lulu

(ist in die Knie gesunken).