Frau Gabor

Er hat sich nicht vergangen!

Herr Gabor

Er hat sich vergangen! — — — Ich hätte alles darum gegeben, es deiner grenzenlosen Liebe ersparen zu dürfen. — — Heute morgen kommt eine Frau zu mir, vergeistert, kaum ihrer Sprache mächtig, mit diesem Brief in der Hand — einem Brief an ihre fünfzehnjährige Tochter. Aus dummer Neugierde habe sie ihn erbrochen; das Mädchen war nicht zu Haus. — In dem Briefe erklärt Melchior dem fünfzehnjährigen Kind, daß ihm seine Handlungsweise keine Ruhe lasse, er habe sich an ihr versündigt etc. etc., werde indessen natürlich für alles einstehen. Sie möge sich nicht grämen, auch wenn sie Folgen spüre. Er sei bereits auf dem Wege Hilfe zu schaffen; seine Relegation erleichtere ihm das. Der ehemalige Fehltritt könne noch zu ihrem Glücke führen — und was des unsinnigen Gewäsches mehr ist.

Frau Gabor

Unmöglich!!

Herr Gabor

Der Brief ist gefälscht. Es liegt Betrug vor. Man sucht sich seine stadtbekannte Relegation nutzbar zu machen. Ich habe mit dem Jungen noch nicht gesprochen — aber sieh bitte die Hand! Sieh die Schreibweise!

Frau Gabor

Ein unerhörtes, schamloses Bubenstück!