Hervorheben möchte ich schließlich noch einmal in diesem Zusammenhang, daß das südliche Wardartal bis in die Gegend von Hudova sowie die mit ihm zusammenhängende Region des Doiransees sich als reich an südlichen Vogel-, Reptilien- und Insektenformen herausgestellt hat. Es ist offenbar eine der Pforten, durch welche südliche Formen nordwärts vordringen. Ähnliche Verhältnisse dürften bei genauerer Erforschung auch südlich des Prespasees und des Peristeri zu finden sein.

Gerade die Tatsachen über die Verbreitung der Vögel geben einen interessanten Einblick in die Art und Weise, wie Tiere überhaupt in Mazedonien sich verbreitet haben können. Ich zitiere hier direkt die Ergebnisse, welche Dr. Stresemann aus der Bearbeitung unserer mazedonischen Ausbeute gezogen hat. „Als Ausgangspunkt der gegen Mitteleuropa vorgedrungenen ostmediterranen Vögel wollen wir die kleinasiatische Küste bei Smyrna betrachten; sie war noch gegen Ausgang der Pliozänzeit durch eine Landbrücke, die „Ägäis‟, mit Griechenland breit verbunden. Uns interessiert hier die Wanderstraße, welche von Griechenland weiter zur Mündung des Wardar und von da den Wardar hinauf bis Üsküb führt, um dann ins Tal der „Bulgarischen‟ Morawa einzuschwenken und ihr ins nordserbische Flachland zu folgen. Der Strom der Wanderer wird auf diesem Wege allmählich dünner. Es drangen vor:

Nur bis Smyrna:

Emberiza cineraceaHalcyon smyrnensis smyrnensis
Garrulus glandarius Krynicki

Bis zu den Kykladen (Kythnos usw.):

Ceryle rudis rudis

Bis Griechenland:

Emberiza caesiaSylvia melanocephala
Sylvia ruppeliCoccystes glandarius

Bis zur Wardarmündung:

Cisticola cisticola cisticolaHirundo daurica rufula
Hippolais olivetorum