Milo.
Er wagt es doch!—Dort schwimmt er!—Tut es (doch),
Und läßt mich schmälen hier nach Herzenslust!
Ein wackres Herz, doch jung, gewaltig jung!
Hier will ich stehn und seiner Rückkehr harren:
Und geht's auch schief, wir hauen uns heraus.

(Er lehnt sich an einen Baum.)

(Ein düsteres Gewölbe im Innern des Turms. Links im Hintergrunde die Bildsäule eines Gottes auf hohem Fußgestell, im Vorgrunde rechts eine Felsenbank.) (Jungfrauen mit Fackeln bringen einen kleinen Altar und Opfergefäße und stellen alles ordnend umher.)

(Eine Jungfrau tritt ein und spricht an der Türe:)

Jungfrau.
Genug! Es naht Medea! Stört sie nicht!

(Alle ab mit den Lichtern.)

Jason (tritt durch einen Seiteneingang links auf mit bloßem
Schwerte.)

Jason.
Ein finsteres Gewölb'.—Ich bin im Innern!
Mehr Menschen faßt das Haus, scheint's, als ich glaubte,
Doch immerhin! wird nur mein Ziel erreicht.
Behutsam späh ich, bis ein Einzelner
Mir aufstößt, dann das Schwert ihm auf die Brust
Und mit mir soll er, will er nicht den Tod.

(Er späht mit vorgehaltenem Schwerte umher.)

Ist da kein Ausgang?—Halt!—Ein Block von Stein
Das Fußgestell wohl eines Götterbildes.
Ehrt man hier Götter und verhöhnt das Recht?
Doch horch!—ein Fußtritt!—Bleiche Helle gleitet
Fortschreitend an des Ganges engen Bogen.
Man kommt!—Wohin—?—Verbirg mich dunkler Gott!