(Er versteckt sich hinter die Bildsäule.)
Medea (kommt, einen schwarzen Stab in der Rechten, eine Lampe in der Linken.)
Medea.
Es ist so schwül hier, so dumpf!
Feuchter Qualm drückt die Flamme der Lampe,
Sie brennt ohne zu leuchten.
(Sie setzt die Lampe hin.)
—Horch!—Es ist mein eignes Herz,
Das gegen die Brust pocht mit starken Schlägen!
Wie schwach, wie töricht!—Auf Medea!
Es gilt des Vaters Sache, der Götter!
Sollen die Fremden siegen, Kolchis untergehn?
Nimmermehr! Nimmermehr!
Ans Werk denn!
Seid mir gewärtig Götter, höret mich,
Und gebt Antwort meiner Frage!
(Mit dem Stabe Zeichen in die Luft machend.)
Die ihr einhergeht im Gewande der Nacht
Und auf des Sturmes Fittigen wandelt
Furchtbare Fürsten der Tiefe,
Denen der Entschluß gefällt
Und die beflügelte Tat,
Die ihr bei Leichen weilt
Und euch labt am Blut der Erschlagnen,
Die ihr das Herz kennt und lenkt den Willen,
Die ihr zählt die Halme der Gegenwart
Sorglich bewahrt des Vergangenen Ähren
Und durchblickt der Zukunft sprossende Saat,
Euch ruf' ich an!
Gebt mir Kunde, sichere Kunde
Von dem was uns droht, von dem was uns lacht!
Bei der Macht, die mir ward,
Bei dem Dienst, den ich tat,
Bei dem Wort, das ihr kennt
Ruf' ich euch,
Erscheinet, erscheint!
(Pause.)
Was ist das?—Alles schweigt!
Sie zeigen sich nicht?
Zürnt ihr mir, oder betrat ein Fuß,
Eines Frevlers Fuß
Die heilige Stätte?
Angst befällt mich, Schauer faßt mich!
(Mit steigender Stimme.)
Allgewaltige! Lauscht meinem Rufen,
Hört Medeens Stimme!
Eure Freundin ist's die ruft.
Ich fleh' ich verlang' es
Erscheinet, erscheint!
Jason (springt hinter der Bildsäule hervor.)