Jungfrau (freudig).
Es sei gut.

Gora.
Das ist (nicht) gut!
Trägt sie so leicht, was sie sonst schwer ertrug,
Das begünstigt unsre Sache, Peritta!
Fast ist mir's unlieb, daß sie so mild gestimmt
Ich hatte mich drauf gefreut, wie sie sich sträuben würde
Und endlich überwinden müßte zu tun was sie soll.
Nu komm denn, komm, für dich ist's besser so.
Medea hier ist noch jemand den du kennst!

Medea.
Wer?

Gora.
Kennst deine Gespielin, Peritta, nicht?
Zürnst du ihr gleich—

Medea.
Peritta bist du's;
Sei mir gegrüßt, sei herzlich mir gegrüßt!

(Sie mit dem Arm umschlingend und sich auf sie stützend.)

Wir haben frohe Tage zusammen gelebt.
Seit dem ist viel übles geschehn.
Viel übles seit der Zeit, Peritta!
Hast du deine Herde verlassen und dein Haus
Und kommst wieder zu mir, Peritta?
Sei mir willkommen, du bist sanft und gut,
Du sollst mir die Nächste sein im Kreis meiner Frauen!

Peritta.
Kein Haus hab' ich mehr und keine Herde
Alles verloren, mein Gatte gefangen,
Dahin meine Ruhe, mein Segen, mein Glück.

Medea.
So ist er dahin, ist tot!
Du dauerst mich armes, armes Kind!
War so jung, so kräftig, so glänzend, so schön,
Und ist tot und kalt! Du dauerst mich
Ich könnte weinen, so rührst du mich.

(Legt ihre Stirne auf Perittas Schulter.)