Gülnare (zu Rustan).
Du folg uns bald!
(Gehend und vor der getöteten Schlange zurückschaudernd.)
Oh, des Anblicks Nachtgewalt
Übt von neuem seine Rechte.
Oh, verzeih es dem Geschlechte,
Das der Seele Kraft bezwingt,
Kindisch solche Schauer bringt.
König.
Reich den Arm ihr, gib die Rechte.
Gülnare.
Vor dem Toten schütze mich,
Lebt' es noch, ich zagte nicht.
(Sie stützt sich auf Rustans Arm. Alle bis auf Zanga ab.)
Zanga (ihnen nachschauend).
Das geht gut, bei meiner Treu!
Das Prinzeßchen hat gefangen.
Tat zwar noch ein bißchen scheu,
Kämpft noch Stolz mit dem Verlangen.
Wie sie fest an ihm sich hält.
Nun ein Graben—Hupp! gesprungen!
Ha, sie gleitet, strauchelt—fällt?
Nein, er hat sie rasch umschlungen.
Nichts so köstlich in der Welt,
Als wenn eins das andre hält.
Rustan (zurückkommend).
Zanga, Zanga! Ich bin selig!
Zanga.
Ei, es geht? nicht wahr? es geht!
Rustan.
Und nun komm! Dort deinen Bündel,
Wirf ihn in den nächsten Fluß.
Nichts laß unsern Stand verraten,
Wir sind Kinder unsrer Taten,
Und nach aufwärts strebt der Fuß.
Komm nur, komm!