Die Alte.
Wohl Arznei! Du böser Diener!
Nimm es nur, gib's deinem Herrn!

Zanga.
Laß mich, laß!

Rustan.
Wer sendet sie?

Die Alte.
Ich mich selbst, mein schöner Herr!
Du bist krank; sieh, das erfuhr ich—

Rustan.
Krank?

Die Alte.
Ei, Sohn! Bedenklich krank!
Wie glimmt wild dein dunkles Auge,
Wie zuckt gichterisch der Mund!
Gib die Hand mir, reich den Arm,
Und ich deute dir dein Fieber.

Rustan.
Laß!

Die Alte.
Wohl krank! (ansteckend) krank!
Einer starb schon, der dir nahte,
Draußen liegt er auf dem Sand.
Und der König fürchtet auch wohl,
Daß dein Übel ihn ergreife,
Darum harrt er, weilt mit Vorsatz,
Will dir Zeit, mein Söhnlein, geben,
Zu entweichen, zu entfliehn.

Rustan.
Zanga!

Die Alte.
Nun! Nur nicht verzagt!
Sieh, mein Sohn, hier ist ein Mittel,
Sieh den glimmernd schäum'gen Saft.
Kaum benetzt er deine Lippen,
Sinkt die Brandung ebbend nieder,
Lösen sich die müden Glieder,
Schweigt der Schmerz, erlischt der Tag,
Zürne dann, wer zürnen mag!