Zanga (in der Türe erscheinend).
Herr, befiehlst du nun die Pferde?

Mirza.
Ach, erinnre dich doch nur!
Gestern abends—Sag ihm's, Vater,
Mir wird gar zu schwer dabei.

Massud.
Gestern abends, weißt du nicht?
Wolltest du von uns dich trennen,
Du befahlst für heut die Pferde.
Es ist Tag, und sie sind hier.

Rustan.
Gestern abends?

Massud.
Wann nur sonst?

Rustan.
Gestern abends? Und das alles,
Was gesehen ich, erlebt,
All die Größe, all die Greuel,
Blut und Tod, und Sieg und Schlacht—

Massud.
War vielleicht die dunkle Warnung
Einer unbekannten Macht,
Der die Stunden sind wie Jahre
Und das Jahr wie eine Nacht,
Wollend, daß sich offenbare,
Drohend sei, was du gedacht,
Und die nun, enthüllt das Wahre,
Nimmt die Drohung samt der Nacht.
Brauch den Rat, den Götter geben,
Zweimal hilfreich sind sie kaum.

Rustan.
Eine Nacht? und war ein Leben.

Massud.
Eine Nacht. Es war ein Traum.
Schau, die Sonne, sie, dieselbe,
Älter nur um einen Tag,
Die beim Scheiden deinem Trotze,
Deiner Härte Zeugnis gab,
Schau in ihren ew'gen Gleisen
Steigt sie dort den Berg hinan,
Scheint erstaunt auf dich zu weisen,
Der so träg in neuer Bahn;
Und mein Sohn auch, willst du reisen,
Es ist Zeit, schick nur dich an!

(Die durch das Fenster sichtbare Gegend, die schon früher alle
Stufen des kommenden Tages gezeigt hat, strahlt jetzt im vollen
Glanze des Sonnenaufganges.)