(Er ergreift den neben seinem Bett stehenden Säbel.)
(Massud und Mirza kommen. Letztere trägt eine hellbrennende
Leuchte in der Hand.)
Rustan.
Ha, der König? und Gülnare?
Nicht der König!—Wär' es möglich?
Du scheinst Massud.—Mirza! Mirza!
Seid ihr tot, und bin ich's auch?
Wie kam ich in eure Mitte?
Sehe wieder diese Hütte? Oh, verschwende nicht dein Anschaun,
Diese liebevollen Blicke,
An den Dunkeln, den Gefallnen!
Denn was mir die Liebe gibt,
Zahl ich rück mit blut'gem Hasse.—
Und doch nein, dich haß ich nicht!
Nein, ich fühl's, dich nicht.—Und dich nicht.—
Haß?—Oh, mit welch warmen Regen
Kommt mein Innres mir entgegen?
Hasse euch nicht! Hasse niemand!
Möchte aller Welt vergeben,
Und mit Tränen, so wie ehmals
In der Unschuld frommen Tagen,
Fühl ich neu mein Aug' sich tragen.
Mirza.
Rustan!
Rustan.
Nein, bleib fern von mir!
Wüßtest all du, was geschehn,
Seit wir uns zuletzt gesehn.
Mirza.
Uns gesehn?
Rustan.
Den Tagen, Wochen—
Mirza.
Wochen? Tagen?
Rustan.
Weiß ich's? Weiß ich's?
Furchtbar ist der Zeiten Macht.
Mirza.
War's denn mehr als eine Nacht?