(Der zu Füßen des Bettes stehende, dunkelgekleidete Knabe zündet seine Fackel an der brennenden des zu Häupten stehenden buntgekleideten an, der dafür die seine gegen den Boden auslöscht. Rustan erwacht. Die Knaben versinken. Die Wolken rückwärts verziehen sich. Das Innere der Hütte erscheint, wie im ersten Aufzuge.)
Rustan (emporfahrend und seine Arme befühlend).
Leb ich noch? Bin ich gefangen?
So verschlang mich nicht der Strom?
Zanga! Zanga! O mein Elend!
Zanga (in seiner Haustracht, wie im ersten Aufzuge, tritt ein mit einer
Lampe, die er hinsetzt).
Endlich wach! Der Morgen graut,
Und die Pferde stehn bereitet.
Rustan.
Unhold! Mörder! Schlange! Teufel!
Kommst du her, um mein zu spotten?
Sind gleich Vipern deine Haare,
Flammen deiner Augen Sterne,
Und ein Blitz in deiner Hand,
Doch, ein Sterblicher, Verlockter,
Will ich kühlen meine Rache,
Und der Dolch hier soll versuchen,
Ob dein Leib von gleichem Erz,
Als die Stirn, der Grimm, das Herz.
(Er hat den Dolch ergriffen, der neben seinem Bette hängt, im
Begriff ihn zu schleudern.)
Zanga.
Hilfe! Weh, er ist von Sinnen!
Mirza! Massud! Hört denn niemand?
(Er entflieht.)
Rustan.
Er entfloh! Ich bin nicht machtlos,
Seine Macht nicht unbezwinglich!
Und nun fort aus diesen Räumen,
Rings umstellt mit Todesgrauen! Nur noch erst verlöscht das Licht
Das mich kund gibt meinen Feinden.
(Er bläst die Lampe aus. Durch das breite Bogenfenster, das die größere Hälfte des Hintergrundes einnimmt, sieht man den Horizont mit den ersten Zeichen des anbrechenden Tages besäumt.)
Wo die Türe? Ist kein Ausgang
Aus den Schrecken dieser Orte?
Muß ich hier denn untergehn?
Horch! man kommt! So will ich teuer
Nur verkaufen dies mein Leben;
Tod empfangen, doch erst geben.