Priester (stark). Nein.
Hero.
Nun denn, ich hab gelernt Gewaltigem mich fügen!
Die Götter wollten's nicht, da rächten sie's.
Nehmt ihn denn hin. Leb wohl, du schöner Jüngling!
Ich möchte gern noch fassen deine Rechte,
Doch wag ich's nicht, du bist so eiseskalt.
Als Zeichen nur, als Pfand beim letzten Scheiden
Nimm diesen Kranz, den Gürtel lös ich ab,
Und leg ihn dir ins Grab. Du schönes Bild,
All was ich war, was ich besaß, du hast es,
Nimm auch das Zeichen, da das Wesen dein.
Und so geschmückt, leb wohl!
(Einige nähern sich der Leiche.)
Hero. Und dennoch, halt!
Seid ihr so rasch?—Und dennoch, dennoch, nicht!
(Zur Bahre tretend.)
Nie wieder dich zu sehn, im Leben nie!
Der du einhergingst im Gewand der Nacht
Und Licht mir strahltest in die dunkle Seele,
Aufblühen machtest all' was hold und gut;
Du fort von hier an einsam dunkeln Ort,
Und nimmer sieht mein lechzend Aug' dich wieder.
Der Tag wird kommen und die stille Nacht,
Der Lenz, der Herbst, des langen Sommers Freuden,
Du aber nie. Leander, hörst du? nie!
Nie, nimmer, nimmer, nie!
(Sich an der Bahre niederwerfend und das Haupt in die Kissen verbergend.)
Naukleros.
Hab Mitleid, Herr!
Priester. Ich (habe) Mitleid,
Deshalb errett ich sie.
(Zu Hero tretend.)