Naukleros.
O Jungfrau, nicht zu schäd'gen kamen wir,
Vielmehr um Heilung tiefverborgnen Schadens,
Der mir den Freund ergriff, ihn, den du siehst.
Der Mann ist krank.
Hero. Was sagst du mir's?
Geht zu den Priestern in Apollens Tempel,
Die heilen Kranke.
Naukleros. Solche Krankheit nicht.
Denn wie sie ihn befiel, beim Fest, in eurem Tempel,
Verläßt sie ihn auch nur am selben Ort.
Hero.
Beim heut'gen Fest?
Naukleros. Beim Fest. Aus deinen Augen.
Hero.
Meint ihr es also, und erkühnt euch des?
Doch wußt' ich's ja: frech ist der Menge Sinn,
Und ehrfurchtslos, und ohne Scheu und Sitte.
Ich geh, und dienstbar nahe Männer send ich
Nach meinen Krügen dort, die, weilt ihr noch,
Euch sagen werden, daß ihr euch vergingt.
Naukleros.
Nicht also geh! Betracht ihn erst den Jüngling,
Den du so schwer mit harten Worten schiltst.
Leander (zu ihr emporblickend).
O bleib!
Hero. Du bist derselbe, seh ich wohl,
Der heut beim Fest an Hymens Altar kniete.
Doch schienst du damals sittig mir und fromm,
Mir tut es leid, daß ich dich anders finde.
Leander (der aufgestanden ist, mit abhaltender Gebärde).
O anders nicht! O bleib!