Hero (zu Naukleros). Was will er denn?

Naukleros.
Ich sagt' es ja: er hängt an deinem Blick,
Und Tod und Leben sind ihm deine Worte.

Hero.
Du hast dich schlimm beraten, guter Jüngling,
Und nicht die richt'gen Pfade ging dein Herz.
Denn deut ich deine Meinung noch so mild,
So scheint es, daß du mein mit Neigung denkst.
Ich aber bin der Göttin Priesterin,
Und ehelos zu sein heißt mein Gelübd'.
Auch nicht gefahrlos ist's um mich zu frein,
Dem drohet Tod, der des sich unterwunden.
Drum laßt mir meinen Krug und geht nur fort;
Mich sollt' es reun, wenn Übles ihr erführt.

(Sie greift nach den Krügen.)

Leander.
Nun denn, so senkt in Meersgrund mich hinab!

Hero.
Du armer Mann, du dauerst mich, wie sehr.

Naukleros.
Bei Mitleid nicht, o Priestrin, bleibe stehn!
Sei hilfreich ihm, dem Jüngling, der dich liebt.

Hero.
Was kann ich tun? Du weißt ja alles nun.

Naukleros.
So gib ein Wort ihm mindstens, das ihn heilt.
Komm hier! Die Büsche halten ab des Spähers Auge.
Ich setze dir in Schatten deinen Krug;
Und so komm her und gönn uns nur ein Wort.
Willst du nicht sitzen hier?

Hero. Es ziemt sich nicht.