Naukleros.
Tu's aus Erbarmen mit des Jünglings Leiden!
Hero (zu Leander).
So setz dich auch!
Naukleros. Ja hier. Und du zur Seite.
(Leander sitzt in der Mitte, den Leib an einen Baumstamm zurückgelehnt, die Hände im Schoß, gerade vor sich niedersehend. Hero und Naukleros zu beiden Seiten, etwas vorgerückt, so daß sie sich wechselseitig im Auge haben.)
Hero (zu Naukleros).
Ich sagt' es schon und wiederhol es nun:
Niemand der lebt begehr' um mich zu werben,
Denn gattenlos zu sein heißt mich mein Dienst.
Noch gestern, wenn ihr kamt, da war ich frei,
Doch heut versprach ich's, und ich halt es auch.
(Zu Leander.)
Birg nicht das Aug' in deine Hand, o Jüngling!
Nein, frischen Mutes geh aus diesem Hain.
Gönn einem andern Weibe deinen Blick,
Und freu dich dessen, was uns hier versagt.
Leander (aufspringend).
So möge denn die Erde mich verschlingen,
Sich mir verschließen all was schön und gut,
Wenn je ein andres Weib und ihre Liebe—
Hero (zu Naukleros).
Sag ihm, er soll es nicht. Was nützt es ihm?
Was nützt es mir? Wer mag sich selber quälen?
Er ist so schön, so jugendlich, so gut,
Ich gönn ihm jede Freude, jedes Glück.
Er kehre heim—
Leander. Ich heim? Hier will ich wurzeln,
Mit diesen Bäumen stehen Tag und Nacht
Und immer schaun nach jenes Tempels Zinnen.