Naukleros.
Leander! Höre doch!—Befasse sich nur eins
Mit derlei frost'gen Jungen! Frostig? Ei,
Das Beispiel lehrt's. Doch will ich dich wohl hüten!
Und kehrst du mir zurück, eh' ich's gebilligt,
Soll man—So warte doch!—Hörst du?—Leander!

(Unter Händewinken und Gebärden des Zurückhaltens ihm folgend.)

(Der Vorhang fällt.)

Dritter Aufzug

(Gemach im Innern von Heros Turm. Auf der rechten Seite des Hintergrundes in einer weiten Brüstung das hoch angebrachte Bogenfenster, zu dem einige breite Stufen emporführen. Daneben ein hohes Lampengestell. Gegen die linke Seite des Hintergrundes die schmale Türe des Haupteinganges. Eine zweite, durch einen Vorhang geschlossene Tür auf der rechten Seite des Mittelgrundes. Auf derselben Seite nach vorn ein Tisch, daneben ein Stuhl mit niedrer Rücklehne.)

(Nach dem Aufziehen des Vorhanges kommt ein Diener, hoch in der Hand eine Lampe tragend, die er auf den Kandelaber stellt und dann geht.)

(Unmittelbar hinter ihm der Oberpriester mit Hero. Sie hat den
Mantel um die Schultern wie zu Ende des ersten Aufzuges.)

Priester.
Des Dienstes heil'ge Pflichten sind vollbracht,
Der Abend sinkt; so komm denn in dein Haus,
Von heut an dein, der Priestrin stille Wohnung.

Hero (um sich blickend).
Hier also, hier!

Priester. So ist's. Und wie der Turm,
In dessen Innern sich dein Wohnsitz wölbt,
Am Ufer steht des Meers, getrennt, allein,
Durch Gänge nur mit unserm Haus verbunden—
Auf festen Mauern senkt er sich hinab,
Bis wo die See an seinen Füßen brandet,
Indes sein Haupt die Wolken Nachbar nennt,
Weit schauend über Meer und Luft und Land—
So wirst du fürder stehn, getrennt, vereint,
Den Menschen wie den Himmlischen verbündet;
Dein selber Herr und somit auch der andern,
Ein doppel-lebend, auserkornes Wesen,
Und glücklich sein.