Janthe.
Und doch, gingst du mit uns, und sahst die beiden,
Die fremden Jünglinge am Gittertor—
Hero.
Nun schweig!
Janthe. Was gilt's? du blinzeltest wohl selber
Ein wenig durch die Stäbe.
Hero. Schweige, sag ich.
Ich habe deiner Torheit Raum gegeben,
Leichtfertigem verschließt sich dieses Ohr.
Sprich nicht und reg dich nicht! denn bei den Göttern!
Dem Priester, meinem Oheim sag ich's an,
Und er bestraft dich, wie du's wohl verdienst.
Ich bin mir gram, daß mich der Zorn bemeistert,
Und doch kann ich nicht anders, hör ich dies.
Du sollst nicht reden, sag ich, nicht ein Wort!
(Der Priester, von dem Tempelhüter begleitet, ist von der rechten
Seite her aufgetreten.)
Hero (ihm entgegen).
O wohl mir, daß du kömmst, mein edler Ohm.
Dein Kind war im Begriff zu zürnen, heut,
Am Morgen dieses feierlichen Tags,
Der sie auf immer—O verzeih, mein Ohm!
Priester.
Was aber war der heißen Regung Grund?
Hero.
Die argen Worte dieser Leichtgesinnten;
Der frevle Hohn, der was er selbst nicht achtet,
So gern als unwert aller Achtung malte.
O daß die Weisheit halb so eifrig wäre
Nach Schülern und Bekehrten, als der Spott!
Priester.
Und welche war's, die vor den andern kühn,
Die Sitte unsers Hauses so verletzt?
Hero (nach einer Pause).
Genau besehn, will ich sie dir nicht nennen,
Ob ihr die Rüge gleich gar wohl verdient.
Schilt sie nur alle, Herr, und heiß sie gehn,
Die Schuld'ge nimmt sich selbst wohl ihren Teil.