Berta (von innen).
Hör ich dich nicht Jaromir?
(Beim ersten Laut vom Bertas Stimme seufzt die Gestalt und bewegt sich langsam in die Szene. Ehe sie diese noch ganz erreicht hat, tritt Berta aus der Türe, ohne aber die Gestalt zu sehen, da sie nach dem in der entgegengesetzten Ecke stehenden Jaromir blickt.)
Berta (mit einem Lichte kommend).
Jaromir du hier?
Jaromir (die abgehende Gestalt mit den Augen und dem ausgestreckten
Finger verfolgend).
Da! Da! Da! Da!
Berta.
Was ist dir begegnet, Lieber?
Warum starrst du also wild
Hin nach jenem düstern Winkel?
Jaromir.
Hier und dort, und dort und hier!
Üb'rall sie und nirgends sie!
Berta.
Himmel, was ist hier geschehn?
Jaromir.
Ei bei Gott, ich bin ein Mann!
Ich vermag was einer kann.
Stellt den Teufel mir entgegen
Und zählt an der Pulse Schlägen
Ob die Furcht mein Herz bewegt!
Doch allein soll er mir kommen.
Grad als grader Feind. Er werbe
Nicht in meiner Phantasie,
Nicht in meinem heißen Hirn
Helfershelfer wider mich!
Komm' er dann als mächt'ger Riese,
Stahl vom Haupte bis zum Fuß,
Mit der Finsternis Gewalt,
Von der Hölle Glut umstrahlt;
Ich will lachen seinem Wüten
Und ihm kühn die Stirne bieten.
Oder komm' als grimmer Leu
Will ihm stehen ohne Scheu,
Auge ihm ins Auge tauchen,
Zähne gegen Zähne brauchen,
Gleich auf gleich. Allein er übe
Nicht die feinste Kunst der Hölle,
Schlau und tückevoll, und stelle
Nicht mich selber gegen mich!
Berta (auf ihn zueilend).
Jaromir, mein Jaromir!
Jaromir (zurücktretend).
O ich kenn dich, schönes Bild!
Nah ich mich wirst du vergehn
Und mein Hauch wird dich verwehn!